Bilbo: Internationale Kukutza-Soli-Demo (08.10.11)

Tausende von Menschen (manche sprechen von bis zu 12.000) gingen vergangenen Samstag auf die Straße in Bilbo, um ihre Solidarität mit dem geräumten selbst verwalteten Jugendzentrum zu zeigen. In einer festlichen Stimmung, die aber auch den säuerlichen Geschmack der traurigen und brutalen Ereignissen hatte, mit Musik, Clowns, Perücken und in Begleitung von schwachen Regen und lauter Musik liefen die Menschen am Samstag um 18 Uhr los, um bis zum inzwischen abgerissenen Gebäude zu kommen und vor Ort ein Konzert zu veranstalten.
Musik war permanente Begleitung auf der Demo: Autos und 3 Lastwägen sorgten dafür. Im Baskenland bekannte Bands spielten auf dem Rave.
Eine nicht so angenehme Begleitung war die von einem Hubschrauber und mehreren Wannen der baskischen Polizei. Die Bullen haben sich sonst an diesem Tag ruhig benommen – anders als an dem Tag der Räumung-; trotzdem hinderten mehrere polizeiliche Kontrolle auf der Autobahn zu Bilbo die Anreise von den Personen, die demonstrieren wollten oder verspäteten zumindest deren Ankunft.
Viele Demonstranten und Demonstrantinnen verkleideten sich als Clown, unter der Motto: „Wenn Politiker sich wie Clowns benehmen, dann benehmen wir uns wie Politiker“ – im Bezug zum Bürgermeister der Stadt Bilbo, Azkuna und zum Innenminister der Regierung des Autonomiegebiets, Ares.

Der Aufruf für die Demo wurde in mehrerer Sprachen veröffentlicht.

Am Wochenende drückte auch in Berlin die Anwält_innenorganisation Europäische Demokratische Rechtsanwälte (EDA) ihren Protest wegen des brutalen Handelns der Polizei und der Misshandlungen an dem für das Kukutza engagierten RA – Inaki Carro – während der Räumung von Kukutza aus.

Weiteres zu Misshandlungen: kommenden Freitag wird in der Altstadt in Bilbo eine Beratungsstelle offen sein für diejenigen, die Anzeige gegen Misshandlung bei der Verteidigung von Kukutza erstatten möchten. Es gibt eine vorformulierte Vorlage für die sich mit der Form weniger auskennen. Wichtig ist auch, dass medizinisch festgestellte Verletzungen vorgelegt werden, auch Photos von Prellungen u.w. Ebenso falls es Zeugen gegeben hat, die Daten von diesen Personen könnten helfen. Die Anzeigen müssen vor dem 21.10. gemacht werden.

Dieser Stadtteil, wo Kukutza sich findet war in den letzten 50 Jahren öfter ein Ziel der polizeilichen Repression. „Ein Stadtteil der Arbeiterklasse“.

Als Feststellung auch: Der Abriss von Kukutza fand unter Mangel von Sicherheitsbedingungen für die Bauarbeiter. Auch hier setzt sich die prekäre Arbeit durch.

Das Rathaus bzw. die regierenden in Bilbo setzen auf Privateigentum. Ländereien werden enteignet um Autobahnen oder Schnellzugstrecken bauen zu lassen, überall werden teure Eigentumswohnungen gebaut, Viertel „aufgewertet“ und Menschen verdrängt, soziale Zentren dem Profit weniger geopfert.

Wir werden dieser ungehemmten kapitalistischen Entwicklung nicht untätig zuschauen!

Kukutza IV aurerra!

Einstellung aller Verfahren!


0 Antworten auf „Bilbo: Internationale Kukutza-Soli-Demo (08.10.11)“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>